=UnNatur.=

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8m2

UnNatur (Pt. 18)

Ich stell mir vor zu verschiedenen Orten zu gehen. Ich lasse ganze Landschaften in meinem Kopf entstehen. Ich habe diese Fähigkeit meine Augen zu schließen und es mir richtig auszumalen und vor mir zu sehen. Ich kann da richtig durchlaufen, wie durch ein 3D-Modell am Computer. 

Trauer²

UnNatur (Pt. 11b)


"Spuren im Sand verwehen, Spuren im Herzen bleiben."
(Quelle für mich: Nachrufschale im Altenheim)

Es ist ein seltsames Medium der technokratischen Welt, dass uns sogar in den Zeiten der Stille antreibt, um unsere Eindrücke im Außen nach außen zu tragen, um aufkommende Emotionen einer Art narzisstischen Aus- oder Nachdruck zu verleihen. Ob dadurch ein mögliches Bedürfnis der Kundtuung gestillt wird ist mehr als fraglich, der Sinn dahinter liegt sowieso verborgen.
Auch ich tat dies etwas verborgen (heute kenne ich den Sinn), aber dennoch. Mein Blogposts von vor einem Jahr liegt hier. Der leidige Beitrag in einem sozialen Medium dort.

Der Papalgi

UnNatur (Pt. 17)


Den Titel spricht man eigentlich "Papalangi" aus. Das erfährt man ganz am Ende dieses Links, wo man das ganze kleine Werklein von Karl Erich Scheurmann (nach-)lesen kann. 
Ich will heute auch gar nicht viel schwätzen, trotzdem lasse ich mich in Folge selbst sprechen, nämlich was ich schrieb, nachdem ich von meinem Sinnbuch-Kollegen via elektronischer Post (nicht [poʊst]) darauf aufmerksam gemacht wurde.

Die zweite Seele kommt mit der Geburt

UnNatur (Pt. 16)


Der Titel ist ein Zitat aus meinem Gerüst über Seelen, um es mal ganz salopp zu formulieren. 
Indes wiederhole ich mich hier nicht, trotzdem sollte beiläufig erwähnt werden, dass aus mir schon mal was Vergleichbares geflossen ist; und da findet man noch ganz viel mehr Verlinkungen. Einen (davon, also von dort) werde ich gleich mal zitieren, weil es schon ein wenig wichtig ist, es auch mal an dieser Stelle zu fixieren.
Und ja, das heutige Thema beschäftigt sich mit dem jährlich immer wieder einhergehenden und wiederkommenden Zelebrierens des Tages der (eigenen) Geburt + einer persönlichen Note, nämlich dass mir vor einiger Zeit (obgleich anderer Anschauung, Stichwort: Entstehungstag) mal wieder eine Mini-Erleuchtung zugekommen ist, die ich nicht unerwähnt lassen möchte.


http://www.die-kinder-uni.de/leseprobe_geburtstag.pdf
Das versprochene Zitat als Bild steht ausnahmsweise mal rechts (+ für meine Verhältnisse voll groß). Faszinierend nicht? Also, was da steht, wo das steht, ist verlinkt. Es geht in diesem Text noch ein wenig weiter, also weiter von der Rückschau in die Gegenwart. Um es zu verkürzen: streng genommen, wird der Geburtstag ergo erst seit 100 Jahren gefeiert. 

Ich kann diesen Text leider nicht sinnvoll schreiben, ohne dass ich gleich meine o. e. persönliche Erleuchtung einspiele. Bitte lest daher die nächsten und nachfolgenden Bildertexte (links und rechts). Wichtige Passagen sind hervorgehoben. Mein Geschreibsel geht einfach weiter, also stört euch nicht daran. Es ist auch absolut unwichtig, was ich hier schreibe, weil ja die Erkenntnis auf den Bildchen steht. Und dabei ist es auch egal, welchen Text man zuerst liest, weil beide für sich stehen können, ohne Bezug sozusagen. Trotzdem könnte ich mal darauf Bezug nehmen, ob ihr es gelesen habt oder nicht, ist eigentlich einerlei.

Es geht um eine Verknüpfung, die da hergestellt wird. Man kann es drehen und wenden wie man will, mit Ausnahme von Jungfraugeburten braucht die Zeugung von einem Menschen zwei Menschen. Heraus kommt mindestens ein Mensch. Also haben dieses 3 (+X) Personen viel miteinander zu tun bzw. zumindest im Idealfall drei Dinge: a) beide wissen heute Dank Zeitrechnung von dem Tag und b) Dank Geburtshäusern auch den Ort der Niederkunft. Dank der Tageszeitrechnung kennen die meisten heutzutage auch c) die Uhrzeit. Bleiben wir im Idealfall, so kommt es auch genau dort und dann zum ersten Kontakt zwischen den 3 beteiligten Menschen. Das kann man quasi als einen heiligen Moment sehen. 

Ich würde gerne abrupt enden, weil weitere Überlegungen seltsam klingen würden.

Ach, was soll's. Stellt euch mal vor, die 3 (+ X) beteiligten Menschen könnten gedanklich [und real] an jenen heiligen Punkt zurückkehren und selbst daran teilhaben, so als ob es gerade eben geschehen würde. Wie wäre das? Müssten wir dann noch einen Tag festlegen, um diesen Augenblick im Gedächtnis zu halten? 

Wie auch immer, meine Erkenntnis war diese, dass der Tag ein ganz spezieller ist, und zwar für (im Idealfall) Mutter, Vater und Kind (Reihenfolge egal). Allerdings: Niemand anderer sollte daran teilhaben. Das Gefährliche dabei ist (in unseren Tagen) indes die Vergänglichkeit.

nihil

UnNatur (Pt. 15)


Wenn es hier Lateinisch wird und über das "Nichts" geschrieben wird, dann kann meine Person nur fremd inspiriert worden sein. Martina und Frank heißen die "Musen des Zufalls". In jenen möchte ich mich gedankenvoll treiben lassen. Das Thema wäre quasi NICHT "Nihilismus" und auch NICHT die Antwort auf die Frage "Was denkst du gerade". Wenn man nämlich über das Nichts schreibt, dann darf man auch nichts als Vorlage nutzen, oder etwa doch?

"Halbherzig" schreiben wollte ich [laut Kommi bei Martina], von daher bleibe ich meiner Aussage treu.
Wenn ich mit Tieren auf unsere heutige bekümmernswerte Art und Weise kommuniziere, habe ich nicht den Eindruck, dass jene Geschöpfe an nichts denken. Ganz im Gegenteil. Die Frage wäre daher: Denken sie an nichts, wenn ich nicht mit ihnen in Verbindung trete? Wer darauf mit Ja oder Nein antwortet, der hat sich selbst die Antwort bereits gegeben. Wer an nichts denkt, muss denken können. Aus sich selbst heraus zu denken, ist daher jeder Wesenheit möglich. Die Fähigkeit dieses Selbstdenken zu formen und zu fördern ist eine Sache, die bis zu einem gewissen Punkt auch für alles Lebendige möglich ist. In jedem Fall ist es dem Menschen möglich sein Umfeld dahingehend zu unterstützen und in seine Welt des Denkens einzuführen. Das Denken einzustellen wäre ein Vergehen - in einer sozialen Gruppe für eben jene, in Askese gegen sich selbst und die gesamte Schöpfung. Das wäre ungefähr meine Basis. Wer für sich hier ein Veto einlegt, der kann getrost aufhören zu lesen.

Meine 1. Kernaussage wäre somit: bitte niemals das Denken einstellen.

Gerne hole ich zur Erklärung aus. Als ich vor rund 18 Jahren zum ersten Mal das Prinzip einer annäherenden strukturierten Form der Gedankenaufgabe kennenlernte, war ich zwar nicht geschockt, aber zutiefst bestürzt. Kein Mensch sollte so etwas zu einer Lebensaufgabe machen. Leider musste ich feststellen, dass viele der Praktizierenden gerade wegen ihres absonderlichen Denkens diesen Pfad einschlugen. Es war kein großer Unterschied zwischen dieser Methode und anderen aus der Psychologie bekannten zu erkennen, die die Denkmuster verändern wollen. Es mag ein Weg sein, aber grundsätzlich halte ich wenig davon. Ich nannte es damals "radikales Ausnullen". Der Schalter wird wieder auf die Grundeinstellung gesetzt. Das hört sich vernünftig an, ist es aber nicht.

Meine 2. Kernaussage wäre somit: bitte niemals Gedanken ausradieren. 

Um ein reines Gedankengut zu bekommen benötigt es keine Hilfsmittel, also nicht jene, die immer wieder angepriesen werden - meditiere, treibe Sport, schreibe, lese, tanze, lache, male, rede, akzeptiere deine Gedanken usw. Kleinpsychologie, die gefährliches Halbwissen mit sich bringt. Die Schöpfer solcher Irrlehren sind selbst auf der Suche nach einer gedanklichen Erlösung, weil sie den Istzustand und das eigene Dasein zeitweise nicht mehr ertragen und sich laben an den Verwirrten. Die einfache Lösung hat ein Wort: Liebe. Beispielsweise sind frisch Verliebte frei von destruktiven Gedanken. Sie leben in den Zustand der Liebe. Zusammen oder alleine formen sie auf beiden Daseinsebenen die Gegenwart und die Zukunft. Eben jene schöpferischen Gedanken sind in der Lage alles zu verändern und real existent zu werden. Sie sind rein, klar und ausgeprägt. Würde jeder Mensch in dem beschriebenen Zustand permanent leben, wäre die Welt heute eine andere.

Meine 3. Kernaussage wäre somit: erkenne und erhalten dir die Liebe.

Mir ist klar, dass ich bei meiner Anschauung davon ausgehe, dass jeder Mensch schon schöpferisch Denken kann. Das ist auch so, aber dafür sollten die Gedanken eben rein sein, also unbelastet. Danach kann man beginnen. Wenn uns gerade etwas Schlimmes passiert ist, wird das bei den wenigsten möglich sein. Die Gedanken sind dann nicht mehr frei und man wünscht sich diese auszuschalten, nichts zu denken. Doch das ist der falsche Weg. Die Konfrontation ist notwendig, um sie zu verstehen und zu verarbeiten, damit man danach (wieder) schöpferisch das Denken beginnen kann.
Die treibende Kraft ist der Traum, der sich in der materiellen Welt manifestieren wird. Wenn wir die Liebe mit all den anderen Energien vereinen, dann steht uns nichts mehr im Weg. Das ist unsere Bestimmung. Das "Nichtsdenken" ist es nicht. Ich stelle das Denken nur dann ein, wenn ich andere Personen für das schöpferische Denken frei machen möchte. So etwas ist aber nur eine Heilung auf Zeit. Es verhält sich fast ebenso wie die ganz zu Beginn kurz angeschnittene Tierkommunikation.

Ich hoffe, das war "halbherzig" genug. Es wird keine Fortführung -oder setzung geben. Es wird auch keine andere Kernaussage folgen. Wer in die Gedanken eintauchen will, der liest sich ein wenig in mein 3-Seelen-Prinzip ein, vor allem die letzte Abhandlung ist im Bezug empfehlenswert. Ansonsten antworte ich auf alle Fragen. 

Die perfekte Schlafstätte

UnNatur (Pt. 14)


Das da ist nicht das perfekte Bett, aber es ist immerhin kreativ und vielleicht auch spaßig. Wer mir es schenken will, man kann es da irgendwie erwerben.
Nico hab ich mein großes Geheimnis schon vor ein paar Wochen verraten, versprochen hingegen habe ich ihm einen Post wie ein "perfektes Bett in Häusern aussieht". Dem komme ich hiermit nach. 

Vorher muss ich mein Geheimnis aber erst mal erklären. Ich schlafe seit über 15 Jahren nicht mehr in Betten. Ich habe logischerweise auch keines. Selbstverständlich ist das eine Lüge, weil ich in dieser Zeitspanne auch ab und an wo anders nächtigte, aber daheim nie in Betten, weil ich keines habe. Ich lasse diese Halblüge also stehen, weil es mir unmöglich ist zu sagen, wie viele Nächte ich in dieser Zeit in Betten "schluf". Ich komme jedenfalls zusammengezählt wohl nicht auf einen Monat, sage ich mal so flax. 

Wie kam es dazu?
Das ist wie bei allen Dingen bei mir einfach zu erklären. Ich habe es abgeschafft - mit dem Auszug aus dem elterlichen Domizil. Und danach habe ich es auch nicht mehr "eingeschafft". Ich hatte zwar mal ein Futonbett, aber das war kaum im Einsatz. Ich hatte auch mal Matratzen, die waren kreativ im Einsatz. Ich bin leider zu faul dies mit Bilder zu zeigen, aber ich kann es versuchen kurz mit Worten anzuschneiden... nein, das tue ich nicht, es würde langweilen. Matratzen allgemein langweilten mich nämlich auch irgendwann, also habe ich die dann auch so vor 12 Jahren abgeschafft. Anschaffen musste ich mir hingegen eine Couch, Frauen verlangen so etwas, denn es schaut befremdlich aus, wenn ein Raum so leer ist. Aber auch darauf gehe ich jetzt nicht näher ein, denn es würde ebenfalls langweilen. 
Selbst besitze ich aktuell ein Liegesofa, es ist aber nicht mehr im Einsatz. Wer es möchte, ich verschenke es für Selbstabholer. Wenn das nicht klappen sollte, werde ich es so handhaben, wie bei der letzten Couch, die sich ausziehen lies: ich nehme ein Beil und zerhacke es. Das macht den Abtransport aus einer Wohnung einfacher. Kleiner Bundeswehrtrick (ich hab nie gedient). 

Auf was schlafe ich jetzt?
Auf einen ausziehbaren Sofa, das ich aber nicht ausziehe, weil ich zu faul bin. Es gehört mir auch nicht, aber mir wurde angeraten es als Schlafstätte zu nutzen, also tue ich es. Auf diesem Teil sitze ich auch aktuell, also im Moment, wo ich diese Zeilen schreibe.

Auf was würde ich gerne schlafen?
Auf nichts ist nicht richtig, aber "auf" ist falsch. Bitte jetzt nachdenken.
Wir Menschen schlafen irgendwie alle erhöht, das hat mich schon immer ein wenig verwirrt. Ich fand das sogar richtig abwegig. Genauso wie es abwegig ist, einen Tisch zu haben, an den man auf einen Stuhl sitzt, um dann irgendetwas zu machen, vielleicht essen beispielsweise. Das geht jetzt aber am Thema total vorbei. Ich könnte erzählen, dass ich früher am Rechner oder Laptop im Stehen "gearbeitet" habe, aber das würde keinen interessieren - oder um im Textstil zu bleiben -, es würde langweilen. Es würde ebenso langweilen, wenn ich anführen würde, dass Arbeitskollegen von mir bestätigen könnten, dass ich seit Jahren nicht auf dem Stuhl sitze, sondern mehr oder weniger liege. Wer Star Trek mit Picard & Co. kennt, erinnere sich an die 1. Staffel, wo die Navigatoren quasi in ihren Stühlen lagen. So sieht das bei mir aus, wenn ich Brötchen verdiene, also konstant seit über 15 Jahren. Konstanten braucht man da jetzt aber nicht suchen. 
Die Antwort auf die Frage wäre also: ich würde gerne unter etwas schlafen.

Woher kommt der Gedanke?
Quelle: http://wohnbu.de/2013/12/06/bett-im-boden/
Es wäre eine weitere Halblüge, wenn ich behaupten würde, ich hätte von denen mir umgebenden Tieren abgeschaut. Nein, ich habe keine Kaninchen im Garten. Ich habe nur Hunde, aber nicht seit 15 Jahren im Hausstand. Und doch weiß zumindest ein Hund, wie man wo richtig schläft. Selma, meine ungarische Bracke, "schluf" am Anfang nur unter Betten. Danach zog sie kuhlenförmige Schlafstätten vor, ziemlich lange war das ein Sitzsack, der jetzt allerdings sein Innenfutter verlor, ergo brauche ich einen neuen (wer mir oder ihr einen schenken möchte, vielleicht im Austausch mit dem Liegesofa, der schaut sich dieses Bild an, denn so sind meine und ihre Vorstellungen zu einem neuen Sack).  
Meine Gedanken waren andere. Ich fand es immer schon komisch, auf etwas hochzu"klettern", um darauf dann zu schlafen. Ich hätte mir am liebsten eine Kuhle in den Boden gegraben, um dort dann zu nächtigen. Wie so etwas in der Art (allerdings ohne Podest) aussehen könnte, zeigt das Bild. Leider fand ich kein trefflicheres, beschreiben möchte ich es aber auch nicht... wobei, es würde zwar langweilen, aber ich komme wohl nicht drumherum.

Das perfekte Bett
... in einer Behausung, muss ich dazufügen ... muss raumsparend sein. Da liegen aber meine Gedanken woanders, denn eine Behausung muss für mich nicht groß sein. Ein wirklich kleines Haus in meinem Sinne, ist kleiner als Peter Lustig's Wohnwagen. Aber auch diese Gedanken führen a) am Thema vorbei und b) würden sie langweilen.
Praktisch wäre so ein Bett im Boden praktisch. Übertags könnte man ein Brett drüber legen oder anders luxuriös die Schlafstätte abdecken, das überlasse ich jedoch anderen kreativen Köpfen, denn ... (langweilen).

Damit ich niemanden länger mehr langweile ende ich jetzt hier einfach mal so völlig unvollkommen. So wirklich wichtige Dinge, auf was man in der Kuhle schläft, werde ich nämlich nicht weiter ausführen, denn es könnte vielleicht eben nicht langweilig sein. Aber ein wenig Nachdenken darf jeder für sich. Ich habe fertig. 

Egalitäre Maskerade

UnNatur (Pt. 13)


Wäre ich ein "PEGIDAist", so hätte ich für den heutigen Tag ja einen Rosenmontagszug veranstaltet, sowie gratis Anonymous-Masken verteilt. Denn während des karnevalistischen Treibens schleicht mich der Eindruck, als ob das Vermummungsverbot aufgehoben sei.
Gut, man könnte jetzt sagen, "ja es wird ja 'umgezogen', nicht 'herumgezogen'", und oberflächlich betrachtet scheint da was dran zu sein. Faschingsumzüge sind eben keine Demonstrationen ... oder etwa doch? Und wenn dem so sei, wer oder vielmehr gegen was wird da sich Luft gemacht? 

Ich bin ja ein grundsätzlicher Typ, will sagen: ich gehe den Sachen gerne auf den Grund. Das tue ich schon lange. Wann genau, kann ich auch sagen: seitdem ich mich entsinnen kann. Lustigerweise führt mich die verquerte Frage just zurück in eben jene Zeit, auf die ich heute noch in Erinnerung zurückblicken kann.

Erschaffen wurde ich ja just und exakt einen Monat vor der kalendarischen Geburt des großen Gaius Octavius [nur ein paar Jahre später], den wir auch noch heute den Namen eines Monats schenken. Geboren wurde ich hingegen im Wonnemonat. Ich erzähle diesen Unsinn, um auf ein Datum hinauszulaufen, das eben in die Faschingszeit des Jahres 1983 fällt. Ich war ein Clown, also als so einer kostümiert. Seinerzeit hatte mein Heimatdörflein noch einen Umzug, der mehr oder weniger an der Grundschule und der angeschlossenen Turnhalle endete. An beiden Orten war es laut. In der Schulaula dank Knallerei, in der Turnhalle mit oder ohne musikalische Untermalung aufgrund zahlreicher Besucher. Dass ich solche lautstarken Ansammlungen durchweg hasse, spielt hier keine Rolle, obgleich es damals auch schon so war. Ich mache da nur eine Ausnahme: ich ertrage es, wenn ich derjenige bin, der die Macht hat lauter zu Brüllen als alle anderen. Später entdeckte ich, dass man das als DJ klasse hinbekommt, aber ich schweife ab.
Meine Frage auf den Weg dorthin [zur Schule/Halle], wurde mir leider nicht beantwortet. Es war kalt und es lag Schnee, und ich war mir durchaus im Klaren, dass das Vermummen des Körpers mit Hilfe von Kleidung mehr als nützlich erschien. Doch die Stofffetzen, die so gut wie alle trugen, kamen mir an diesen Tag äußerst suspekt vor. So fragte ich nach dem "Warum". Die Antwort beglückte mich wenig, sie lautete ungefähr so: "So ist das an Fasching. Man verkleidet sich." Den Hintergrund bekam ich nicht erklärt. Aber grundsätzlich war mir klar, dass man jeden Tag seinen Körper "ankleidet", besonders wenn es die äußere Witterung der Natur in den jeweiligen Gefilden abverlangt, will man nicht seinen menschlichen Körper jener Umstände aussetzen.   

So wie der Schnee mich zwei Jahre später in die nächste Faschingszeit begleitete, so tat es auch meine Frage, die eben noch auf die Antwort wartete. Man befand, ich wäre jetzt im Alter dies zu verstehen und gab mir dazu ein paar geschichtliche Hintergründe mit, die von dem Austreiben des Winters ganz abscheuliche Bilder in mir hervorbrachten. Grundsätzlich sind Geschichten gut, wenn ich sie mir vorstellen kann, was aber nicht gleichsam heißt, dass sie auch wahr sein müssen. Folglich habe ich dem Ganzen keinen Glauben geschenkt, nahm es als eine Erklärung der Umstände auf, nicht aber als die Wahrheit. 

Weitere zwei Jahre später erinnere ich mich nicht an Schnee, aber an eine Person in der Familie, die mir tatsächlich eine gute Antwort gab: "Gleichheit". Die Erläuterung lautete ungefähr so, dass an diesen Tagen alle hinter ihren Maskeraden gleichgestellt sind. Ein Bänker im Clownskostüm ist genauso ein Clown, wie ein Maurer, wenn er eine Pappnase trägt. 
Aber auch das befriedigte mich nicht, denn wenn des Reichens Kleidung hochwertiger ist, als die eines mit weniger finanziellen Mitteln, dann hilft nur noch die Schönheit. Und trotzdem bleibt eine vergoldete Clownsnase eben das was sie ist, auch wenn der Träger einen unschönen Körper durch die Konfettistraßen schleppt. 

Ich entschied mich die nachfolgenden zwei Jahre Fasching minimalistisch(er) zu begehen. Danach ging ich als Zivilist, als Mensch, das schien mir ehrlicher. 
Und trotzdem war da noch etwas im Hinterkopf. Damals dachte ich, Männer im Anzug wären gesellschaftlich höher gestellt. Und nur diese Menschen dürfen Anzug tragen. Doch an Fasching darf eben jeder einen Smoking, einen Tuxedo, tragen. Darunter ein weißes Hemd, am Kragen eine Fliege oder eine Krawatte, vielleicht noch eine schicke Weste. Die Hose muss schwarz und aus Stoff sein, die Lederschuhe dürfen ruhig glänzen, sofern sie schwarz sind. 
So war mein Stil am Karneval gefunden - ich ging als Pinguin, als Nadelstreifenträger, bei Kälte auch mit einem langen Mantel drüber. Eine perfekte Zuschaustellung meiner, dachte ich.

Doch so ganz geistig abgeflacht war ich im Grunde meine Selbst noch nicht. Ich philosophierte in meinen jungen Volljährigkeitsjahren mit Menschen in ähnlichem Alter darüber, ob es nicht ratsam wäre, wenn man den Fasching in eine andere Jahreszeit verlegen würde, beispielsweise in den Monat des o. e. Gaius Octavius, also in den August. Da ist es warm und niemand müsste sich verkleiden. Alle könnten nackt, wie unsere Spezies geschaffen wurde, durch die Gegend laufen, von mir aus auch mit Maske. Das fanden meine Gesprächspartner jedoch "uncool", die sich mit der geschichtlichen Vergangenheit des keltischen Austreibens abgefunden hatten, obgleich das völliger Brei war.
Zu jener Zeit gab ich es auch auf Andere zu befragen, ich suchte selbst nach Antworten, die ich meinen Diskussionspartner dann auch entgegenschleuderte. Die fanden das dann ebenso "uncool" und viel zu weit hergeholt. Unabhängig davon erregte sie meine Vorstellung eines solch nackedeiischen Treibens. Daraus schlussfolgerte ich für mich persönlich, dass wirre Vorschläge dann Einhalt in die Köpfe von Menschen finden, wenn sie verlockend sind. Unter so einer These ist die Frage nach dem Hintergrund so etwas von weit von der Wahrheit entfernt, denn diese braucht sie ja nicht. Was bleibt ist der Sinn der Sache dahinter. 

Zu jener Zeit war ich von der Sache überzeugt und hielt es von daher denkbar, dass der geschichtliche Hintergrund im alten Sumer lag. Wahrscheinlich auch deswegen, weil ich mich zwischen meinen 15. und 19. Lebensjahr stark mit jenen Mythen und der späteren Kultur beschäftigte. Daher erschien mir der alte Gudea ganz gut geeignet als ein Grundpfeiler einer solchen Idee. Dummerweise war er für mein Gefühl etwas zu jung, erschien er doch erst in der 2. Dynastie von Lagash, eine eher unwichtige Epoche. Das ist aber nur mein Empfinden, und man kann es ungefähr damit vergleichen, dass ich die Beschreibung des weltlichen Lebens von Adam und Eva schon unspannend finde. Alles was nach dem Paradies kommt langweilt. Oder im Vergleich treffender angeführt: Alles bis Noah ist okay; also nach der Sintflut wird es eindeutig "uncool". So verhält es sich auch bei den Dynastien der Sumerer. Gueda ist für alle Geschichtswissenschaftler wohl recht einflussreich gewesen, für mich aber so uninteressant wie ein David der einen Goliath schlägt.
Damit ich das Niveau nicht unterirdisch senke - und des Post nicht unnötig in die Länge ziehe -, komme ich lieber wieder zurück zum Thema - und vielleicht kann der Eine oder die Andere meine jetzige Einstellung schon erkennen.

Ich komme sogleich - ohne Komma - zum Punkt: Fasching interessiert mich nicht. Damals fand ich es seltsam, heute weiß ich, dass es nicht nur befremdlich wirkt. Es ist in der Ausführung unehrlich, und so weit entfernt von Gut und Böse, dass alles was danach kommt nur besser sein kann. Obgleich: in unserer christlichen Welt kommt mit dem Achermittwoch im Anschluss das vorösterliche Fasten, das an die 40 Tage Jesu in der Wüste erinnern soll. Doch kaum ein Christ geht in die Wüste - in die Abgeschiedenheit -, oder? Kein Wunder das es uns an Wundern fehlt.
Wer trotzdem ehrlich was in der Fastenzeit macht, was dem gleicht, der sollte Fasching feiern, vielleicht nicht mit Maskerade usw., aber mit Festessen. Obgleich²: ich würde vor dem Fasten ein oder zwei Entlastungstage einlegen, aber das kann jeder machen wie er will. Ich werde wohl diesmal alternierend der Speise absagen, ganz einfach deswegen, weil ich es noch nie getan habe.

PS: voll OT - wer mich mal als Fußballspieler sehen will: Klick.

Freiheit² stirbt mit Sicherheit?

UnNatur (Pt. 12)



Gehen wir chronologisch zurück. Es gab unter diesem Slogan Ende Mai (2015) eine Demo in Frankfurt, ein Lied von Krankheitsbild (2014) und es wurde 2001 ein Buch mit jenem Titel publiziert. Irgendjemand hat die 4 Wörter auch den guten Kurt Tucholsky untergejubelt. Manch anderer zieht die Quelle aus einem ehemaligen Sätzchen von Benjamin Franklin ("Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird beides verlieren"). Sterben wird der Spruch wohl nicht, denn schon Mitte Dezember ist (evtl. mal wieder) eine Vorlesung in einer Uni angedacht. Und bei alldem haben doch alle was gemein - den Blickwinkel.

Ich bin da lieber fern von, denn alles was die Masse erregt interessiert mich nicht [deswegen habe ich meine Kurzrecherche-Ergebnisse eben auch nicht verlinkt]. Ich mag mich an jenen Bildern nicht beteiligen, von denen Umrisse skizziert werden. Wenn man seine Energie dafür hergibt, sich mit negativen Umständen zu beschäftigen, wird man unwillkürlich diese fördern. Es gibt nur eine Möglichkeit dem entgegenzutreten. Man dreht sich um und hört weg. Das klingt unsinnig? Nun ja, ich würde dazu gerne mal Herrn Thomas Mann befragen. Ihm geschah es bei seiner historischen Rede am 18. Oktober 1930 im Beethoven-Saal zu Berlin nämlich so oder ähnlich. Die Örtlichkeit war mitunter gut gefühlt von in Zivil gekleideten Anhängern der aufkommenden nationalsozialistischen Bewegung (ich denke, ich brauche das hier nicht weiter im Detail ausführen). Deren Anwesenheit galt dem Zweck seinen Appell an die Vernunft zu stören. Selbstredend wurden sie entfernt, aber erst dann, als sich alle Anwesenden von ihren Stühlen erhoben und mit dem Rücken zum Sprecher (Thomas Mann) stellten. Diese Geste - wir stehen vor (und für) dem Redner (ein) - war erfolgreich, die Radaumacher wurden unverzüglich dem Saal verwiesen. Jenes Beispiel aus der Geschichte zeigt auf, was mal alles in ein Bild skizzieren kann, wenn ich davon rede, sich 'umzudrehen'.

Die oben abfotografierte Schmiererei entdeckte ich vor ein paar Tagen an einer Wand eines Discounters. Bis zu jenem Zeitpunkt war ich frei von allen befangenen Gedanken zu dem Sätzlein. Und eigentlich ich bin es - trotz Recherche im Internet - weiterhin. Es ist nur ein Satz, egal welches politische Extrem in einer Gesellschaft unter oligarchisch geführter Demokratie ihn für sich und deren Gunsten sowie dem eigenen Verständnis auffasst. Mir [nicht für mich] gilt nach wie vor die grundlegende Aussage. Dafür muss man sich erst mal im Klaren sein, nicht das in sich aufzunehmen, was gemeinhin unter jenen Hauptwörtern 'Freiheit' und 'Sicherheit' verstanden wird. Dafür hat man sich innerlich frei zu machen, um zu erkennen, was Freiheit ist und um die Sicherheit zu bekommen, ja zu wissen, was unter 'sicher' zu verstehen ist. Vorher hat der Satz eine doppeldeutige Aussage, die absolut ungenügend ist. Man könnte sich beispielsweise (halb-frei) darüber Gedanken machen, was damit ausgedrückt werden möchte. Stirbt 'die' Freiheit mit 'der' Sicherheit oder stirbt Freiheit in jedem Fall? Denn die Hauptaussage ist ja: "Freiheit stirbt." Verquert man es, so deutet sich daraus, dass die Freiheit erst mit der Sicherheit aufkommt, und demnach sowieso dem Sterben ausgesetzt ist. Und wo ist man dann? Bei einem Widerspruch vielleicht?    
Hier kommt man ins Philosophieren, sofern der Kern der Freiheit und der Sicherheit bekannt sind. Kann Freiheit überhaupt in einer Welt existieren, in der Menschen in Strukturgemeinschaften leben, an deren Spitze Führer avancieren, die durch ihre Strukturen Sicherheit vorgaukeln? Die Antwort ist sehr leicht zu erkennen und trägt ein Wort: nein. Im Außen der umgegebenen Kleinvölkerei kann niemand grenzenlos frei sein, und Sicherheit ist darin ergo nur eine Illusion. Sind die an die Wand gesprühten Gedanken also aus dieser Grundhaltung entstanden, so sind sie weiterhin doppeldeutig. "Hier stirbt die Freiheit, denn uns wird Sicherheit gegeben, die uns einschränkt, uns vom Freiheitsempfinden loslöst." Anders gesagt: "Wir hatten nie Freiheit. Sicherheit dient nur dazu, dass wir unter den gegebenen Umständen denken, wir wären frei in dieser geschaffenen irdischen Existenz." Somit hätte ein Benjamin Franklin auch nicht Recht, denn man hat schon beides verloren - Freiheit und Sicherheit. 

Dass ich diese Worte schreiben und veröffentlichen kann, liegt daran, dass wir dennoch in einer Freiheit leben, einer gedanklichen. Sicher kann man sich dabei nur sein, wenn man weiß, von was man redet/schreibt. So kann der Spruch "Sicher ist nur das Amen in der Kirche" auch nur dann wahr sein, wenn man selbst der Prediger ist, dem es innerlich wie äußerlich frei steht, ob er jenes Wort 'Amen' auch in seinem Mund nimmt. 

Ich habe den Blogpost mit zwei Collagen von mir dekoriert, wie ich es vor einem Jahr bei ähnlicher Gelegenheit tat. Heute genoss ich wie damals die Freiheit und die Sicherheit gleichsam. Freiheit, die zum äußeren Ausdruck wurde und darin bestand mir mal wieder eine Art Gesichtsbehaarung wachsen zu lassen; Sicherheit gewann ich gleich mit dem Wissen, dass ich mit Beginn des neuen Monats Dezember den Bartschmuck wieder entfernen würde.
'MOVe out off NovEMBER' - Frei nach Sicherheit und sicherlich frei: 1 x im Jahr bin auch ich ein Fashion-Blogger, der stirbt ehe er wiedergeboren wird (, denn Sterben deutet immer einen Neubeginn an).

PS: Das wichtigste Wort im Spruch ist übrigens die Präposition ['mit'], denn die Nomen sind vorgegeben, das Substantiv ['stirbt'] ist nur mit einem Synonym austauschbar. Ohne 'mit' wären wir bei "Freiheit stirbt Sicherheit" bzw. gekürzt bei zwei Exklamativen: "Freiheit stirbt" und "Sicherheit"; wahlweise auch umgekehrt ("Freiheit" und "Stirbt Sicherheit", letzteres ist dann interrogativ). Ich glaube an dieser Stelle merkt jeder, wie negativ konjugiert das Sprüchlein ist, egal wie man es dreht und wendet. Der Sinn geht darunter verloren. Meine Explanation ist beendet, mein Prädikat lautet: 'wertlos'.
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